Deutschland reist mit neuem Mut, frischem Look und einer Menge Ambitionen zur WM 2026. Die Gruppe ist machbar, der Kader talentiert, und das Turnier in Nordamerika verspricht ein völlig neues Fußballgefühl. Höchste Zeit also, draufzuschauen, wie die DFB-Elf ins Turnier startet.
Deutschland geht mit einer ordentlichen Portion Aufbruchstimmung, einigen spannenden Personalfragen und einem wirklich ungewöhnlichen Trikot in die WM 2026. Denn ja: Nach dem pinken Aufreger bei der Heim-EM kommt jetzt das nächste modische Statement. Adidas liefert für die Weltmeisterschaft ein tiefblaues Ausweichtrikot, durchzogen von einem auffälligen Zickzackmuster, das an klassische Adidas-Schuhkartons erinnert und gleichzeitig eine Anspielung auf historische Trainingsjacken der DFB-Elf ist. Irgendwie passt es auch: Denn es wird eines der letzten Adidas-Trikots überhaupt sein, bevor 2027 nach mehr als 70 Jahren die Nike-Ära beim DFB beginnt.
Diese Gegner stehen auf dem deutschen Spielplan
Sportlich lief die Qualifikation für die Nagelsmann-Elf entspannt wie selten. Mit einem klaren 6:0 gegen die Slowakei sicherte sich Deutschland nicht nur den Gruppensieg, sondern auch die 21. WM-Teilnahme der Geschichte. In der Endrunde wartet in Gruppe E ein durchaus machbares Paket: Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Los geht es am 14. Juni in Houston gegen Curaçao – ein Auftakt, der auf dem Papier eher unter „Pflichtaufgabe“ fällt.
Doch der neue WM-Modus macht die Sache kniffliger als bisher. Wird Deutschland Gruppensieger, folgt im Sechzehntelfinale in Boston ein Gruppendritter, der im schlechtesten Fall Brasilien, die Niederlande oder Marokko heißen könnte. Bei Platz zwei ginge es nach Dallas gegen den Zweiten der Gruppe I, wo Frankreich, Senegal und Norwegen auf ihren Einsatz warten. Als Gruppendritter würde es richtig bitter: Dann träfe die DFB-Elf auf einen Gruppensieger wie England oder Portugal. Die Marschrichtung ist daher klar: Diese Gruppe muss sitzen.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bereits anklingen lassen, dass es beim Kader „Entscheidungen geben wird, die nicht jeder verstehen wird“. Einige Plätze sind jedoch quasi fix vergeben: Joshua Kimmich als Kapitän, Jonathan Tah als Abwehrchef sowie Jamal Musiala (fällt derzeit noch aus) und Florian Wirtz als das kreative Herzstück der Offensive. Dahinter beginnt das große Rennen. Für die nächsten Test-Länderspiele hat Nagelsmann neben Routiniers auch zwei Neulinge aus der U21 – Lennart Karl und Jonas Urbig – und zudem die Rückkehrer wie Pascal Groß, Kai Havertz, Anton Stach, Antonio Rüdiger, Deniz Undav und Josha Vagnoman eingeladen. Wer es endgültig in den WM-Kader schafft, wird wohl Ende Mai verkündet. Noch ist sogar offen, ob die Kadergröße wie 2022 bei 26 Spielern bleibt oder auf 30 erweitert wird. Für viele Spieler heißt das: Es wird ein heißes Frühjahr.
Denn die Vorbereitung ist eng getaktet und konzentriert. Vier Testspiele stehen auf dem Programm: erst die Schweiz in Basel, dann Ghana in Stuttgart, später Finnland in Mainz und schließlich die USA in Chicago als Generalprobe. Gerade die letzten beiden Partien dürften bereits mit dem finalen Kader bestritten werden. Insgesamt sollen die Länderspiele vor allem eines bringen: feine Details einspielen, Automatismen schärfen, Rollen klären.
Hier wird übernachtet
Für das WM-Quartier hat sich der DFB einen ruhigen, luxuriösen Rückzugsort ausgesucht: das Graylyn Estate in Winston-Salem, North Carolina. Ein imposantes Anwesen im neo-normannischen Stil, inklusive Butler-Service und kurzen Wegen zum Trainingsgelände der Wake Forest University. Dort findet Deutschland optimale Bedingungen, fernab vom ganz großen Trubel der US-Metropolen. Am 2. Juni fliegt die Mannschaft zunächst nach Chicago zum letzten Test, am 8. Juni folgt der Umzug ins Basecamp. Während des Turniers reist das Team dann jeweils am Tag vor dem Match zum Austragungsort.
Alles in allem geht die DFB-Elf mit guten Voraussetzungen in die WM: eine machbare Gruppe, eine Mannschaft voller Talent, ein Trainer mit klaren Vorstellungen und eine Vorbereitung, die ruhig und professionell wirkt. Die Erwartungen sind groß, aber nicht überzogen: Mindestens das Viertelfinale soll es werden, insgeheim träumt man natürlich von mehr. Ab dem 14. Juni wird sich zeigen, ob diese Mannschaft bereit ist, an alte Glanztage anzuknüpfen – und ob das tiefblaue Zickzacktrikot vielleicht am Ende doch zum Glücksbringer wird.
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