Champions League
Die Königsklasse sortiert ihre Favoriten

19 Jan | news | BY Anja Landmann | MIN READ TIME |
Die Königsklasse sortiert ihre Favoriten

Vorletzter Spieltag in der Ligaphase der Königsklasse: In der Champions League entscheidet sich jetzt, wer Kurs aufs Achtelfinale und die Play-offs nimmt – und wer im Endspurt unter Druck gerät.

Inter Mailand – FC Arsenal (Di., 21 Uhr)

Makellose Bilanz, maximale Spannung: Der FC Arsenal reist mit sechs Siegen aus sechs Spielen zum absoluten Kracher des siebten Spieltags nach Mailand. Die Gunners marschieren in der Champions League ohne einen einzigen Verlustpunkt (und bisher nur einem Gegentor) durch die Ligaphase – und treffen nun ausgerechnet auf den Tabellenführer der Serie A. Dabei ist die Vorgeschichte pikant: Vergangene Saison setzte sich Inter im direkten Duell knapp mit 1:0 durch. Seitdem hat Arsenal jedes einzelne seiner zehn Gruppenspiele gewonnen.

Doch Inter hat eigene Pläne: Nach zwei bitteren Pleiten gegen Atletico und Liverpool sind die Nerazzurri auf Rang sechs abgerutscht und brauchen zwingend Punkte, um im Rennen um die Top 8 zu bleiben. Personell stemmen die Mailänder jedoch ein schweres Paket: Ohne Dumfries und Çalhanoğlu fehlt nicht nur Breite, sondern auch viel Rhythmus im Aufbau. Bei Arsenal ist der Ausfall von Dowman zwar schmerzhaft, aber die Struktur bleibt stabil.

Trotzdem: Inter kann das Tempo eines Spitzenduells jederzeit gehen. Vier Siege aus den letzten fünf Ligaspielen, immer getroffen, zuletzt zweimal dank der eiskalten Effizienz von Martínez und Esposito – diese Mannschaft ist nie weit vom nächsten Big Moment entfernt. Arsenal hingegen kommt mit Champions‑League‑Autorität ins San Siro: 17 Tore, keine verlorene Halbzeit, brandgefährlich bei Standards und mental schwer aus der Balance zu bringen. Die Ausgangslage? Ein Schwergewichts-Duell, das sich gegenseitig neutralisieren könnte / .

Sporting Lissabon – Paris St. Germain (Di., 21 Uhr)

Sporting als 14. mit zehn Punkten, PSG als Dritter mit 13: Beide treffen erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Die Leões haben ihre letzten drei Champions-League-Heimspiele gewonnen und in Lissabon sogar europäische Schwergewichte wie Marseille mit 2:1 nach Hause geschickt. Doch die Liste der Ausfälle liest sich wie ein medizinischer Spielbericht: Diomande und Quaresma fehlen hinten, Pedro Gonçalves, Quenda und Ioannidis vorne, Top‑Leader Hjulmand muss gesperrt zuschauen. Trotz aller Probleme hat Sporting einen konstanten Trend: Die Portugiesen führen oft zur Pause, treffen früh, kassieren hinten nichts – verlieren aber nach dem Seitenwechsel an Kontrolle. Gegen PSG könnte genau das über Sieg oder Enttäuschung entscheiden.

Paris reist als Titelverteidiger an, mit 13 von 18 möglichen Punkten und voll im Achtelfinal-Rennen. Eigentlich souverän – wäre da nicht die Auswärtsmisere: nur ein Sieg aus den letzten acht internationalen Auswärtsspielen. Zuletzt war PSG unbeständig, doch im Ligaspiel gegen Lille funktionierte vieles: Vitinha als Rhythmusgeber, starkes Pressing, cleverer Aufbau – und in den letzten fünf Spielen vor der Pause kein Gegentor. Eine Struktur, die in Lissabon helfen kann. Allerdings fehlen auch Paris wichtige Bausteine: Safonov, Neves und Lee sind raus, das schränkt Optionen und Tempo ein.

Paris hat den Tabellenbonus, Sporting den Heimvorteil, und taktisch neutralisieren sich viele ihrer Stärken: frühe Treffer gegen frühe Stabilität, pressingfeste Pariser gegen ein angeschlagenes, aber bissiges Sporting. Alles spricht für ein Match, das eng bleibt und sich am Ende einpendelt / .

Real Madrid – AS Monaco (Di., 21 Uhr)

Real Madrid hat turbulente Wochen hinter sich: Supercopa-Finale verloren, peinliches Pokal-Aus gegen Zweitligist Albacete – und ein Trainerwechsel, der die Mannschaft mitten im Hochbetrieb erwischt hat. Der 2:0‑Pflichtsieg gegen Levante war ein erster Schritt zur Stabilisierung. Der nächste soll nun in der Champions League folgen: Ein Sieg gegen Monaco – und der Weg ins direkte Achtelfinale wird deutlich klarer. Für Neu‑Coach Álvaro Arbeloa ist es das große Debüt in der Königsklasse.

Arbeloa muss zum Start gleich auf sieben Profis verzichten. Álvaro Carreras ist gesperrt. Rodrygo, Militão, Alexander-Arnold, Mendy, Rüdiger und Brahim Díaz fehlen verletzt oder pausieren nach Länderspieleinsätzen. Deshalb stehen im 20‑Mann‑Kader drei Canteranos – und trotzdem wirkt der Plan klar: kompakt stehen, vorne die individuelle Klasse drücken lassen. In dieser Phase muss Real Madrid improvisieren, aber die Mannschaft kennt solche Situationen. Und oft ist genau dann die Reaktion am stärksten. Vier Siege aus sechs Champions‑League‑Partien, 13:7 Tore – Real spielt eine solide Saison in Europa, auch wenn die jüngste 1:2‑Heimniederlage gegen Manchester City das Papier etwas trübt. Insgesamt stehen in den letzten fünf Pflichtspielen drei Siege, die Tendenz zeigt wieder nach oben. Der Druck ist da, aber die Qualität ebenfalls.

Monaco bringt neun Punkte mit, steht im Gesamtranking nur auf Platz 19 – und kämpft ums Überleben in der Ligaphase. Zwei Siege, drei Remis, eine Niederlage: solide, aber mehr auch nicht. Das Torverhältnis von 7:8 zeigt, dass die Defensive zwar okay, aber nicht überragend ist. Ebenso der Angriff. Auswärts holte Monaco einen Sieg, ein Remis, eine Niederlage. In der Ligue 1 kommt zusätzlich die 1:3‑Pleite gegen Lorient – ein Hinweis darauf, dass Konstanz aktuell nicht ihre Stärke ist. Aktuell ist die Mannschaft nicht stark genug, ein angeschlagenes, aber wütendes Real Madrid zu stoppen / . Denn mit Ballkontrolle, höherem Tempo und der stärkeren zweiten Reihe hat Real alle Trümpfe.

Olympique Marseille – FC Liverpool (Mi., 21 Uhr)

Marseille steht mit neun Punkten auf dem 16. Rang, solide im Playoff-Rennen – aber lange nicht durch. Die Mannschaft von Roberto De Zerbi zeigt ein klares Muster: drei Siege, drei Niederlagen, elf Tore, acht Gegentore – offensiv mutig, aber defensiv anfällig. Und kein Unentschieden. Marseille spielt immer auf Ergebnis – und kassiert es genauso. In der Ligue 1 mischen die Südfranzosen weit oben mit, doch international ist der Spielraum knapper. Verlieren sie, droht ein Endspiel in Brügge – und genau das will De Zerbi vermeiden. Die Form? Drei Siege, zwei Niederlagen in den letzten fünf Spielen. Stark, aber schwankend. Und besonders zu Hause lebt Marseille von Energie, weniger von Konstanz. Das Problem: Gegen Liverpool reicht Energie allein selten. Die Reds sind auswärts stark, formstabil und in dieser Partie der klare Favorit – und müssen, auch für ihren Trainer Arne Slot, gewinnen / .

Die Englänger gehen mit zwölf Punkten in dieses Spiel, liegen auf dem neunten Tabellenplatz der CL‑Ligaphase und wirken reifer und strukturierter als Marseille. Vier Siege, zwei Niederlagen – und vor allem eine starke Auswärtsbilanz: zwei Siege, ein Remis, eine Niederlage auswärts. Liverpool zeigt etwas, das Marseille momentan fehlt: Widerstandsfähigkeit. Auch wenn zuletzt viele Remis dabei waren – die Liverpooler bleiben im Spiel und geben kaum etwas her.

Dazu kommt: In Premier League und Champions League hat Liverpool selten Probleme, wenn das Tempo hoch, die Kulisse laut und der Gegner emotional spielt.

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Anja Landmann

Anja Landmann

Sportjournalistin, die seit jeher in Fußballstadien zu Hause ist und den Fußball – von heimischen Spielen bis hin zu internationalen Großereignissen – lebt und atmet.

Anja Landmann

Anja Landmann

Sportjournalistin, die seit jeher in Fußballstadien zu Hause ist und den Fußball – von heimischen Spielen bis hin zu internationalen Großereignissen – lebt und atmet.