Erholung nach der Handball-Europameisterschaft? Fehlanzeige. Die Bundesliga startet direkt wieder durch und lässt vor allem den Top-Stars kaum Zeit zum Durchatmen. Bereits am Dienstag geht’s los in der Liga.
An der Tabellenspitze thront der SC Magdeburg – ungeschlagen, unersättlich und mit der Selbstsicherheit eines Teams, das in den letzten Jahren einfach alles gewonnen hat, was nicht bei drei in einer Vitrine war. Zwei Meisterschaften, zwei Champions-League-Titel, zwei Klub-Weltmeisterschaften, ein Pokalsieg: Die Mannschaft läuft wie eine Maschine. Und der Hunger wird eher größer als kleiner, wie Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt mit seiner seltenen Kampfansage klarmachte: „Wir geben keine Ruhe, es zu wiederholen, es zu wiederholen, es zu wiederholen.“
Passend dazu startet der SCM gleich mit einem Kracher: Lemgo, Tabellendritter und Top-Form –der erste echte Prüfstein nach der EM-Pause. Und mittendrin Gisli Kristjansson, der nach Islands knapp verpasster EM-Medaille nun umso entschlossener zurück auf die Bundesliga-Bühne stürmt: „Ich will jedes Spiel dominieren.“ Klingt, als hätte Magdeburg keine Lust, das Titelrennen künstlich spannend zu machen.
Magdeburgs Verfolger
Verfolger Nummer eins: die SG Flensburg-Handewitt, allerdings mit massiver EM-Dauerbelastung. neun Spieler im Turnier, sechs davon als Europameister zurück – und kaum Zeit, die Pokale abzustauben. Denn am Dienstag geht’s direkt nach Gummersbach. Der VfL gehört zu den Teams, die jede Sekunde Regeneration ihrer Gegner bestrafen. Flensburg steht aktuell auf Platz zwei und liegt damit voll im Champions-League-Kurs. Kapitän Johannes Golla, der in Dänemark mega performte, wäre eine Pause zwar lieb gewesen, formuliert es aber pragmatisch: „Letztendlich soll ich wieder das machen, was ich sehr gerne tue: Handball spielen.“ Und genau das muss die SG jetzt im Zwei-Spiele-pro-Woche-Modus durchhalten, wenn sie Magdeburg gefährlich werden will.
Hinter dem Spitzenduo tummelt sich ein ganzer Block ambitionierter Verfolger: Lemgo (30:8), Füchse Berlin (30:10) und der THW Kiel (28:10). Alle mit der Qualität, die Saison noch einmal richtig aufzumischen, alle aber auch abhängig davon, dass Magdeburg sich mal einen Ausrutscher leistet – oder zwei. Doch auch einige weitere Mannschaften hoffen auf das europäische Parkett. Gummersbach (25:13) hat gute Karten, aber auch die Rhein-Neckar Löwen und MT Melsungen (je 22:16) mischen noch mit.
Im Abstiegskampf
Und dann gibt’s ja noch den Abstiegskampf. Wenn man oben von Dominanz spricht, dann unten von purem Überlebenskampf. Leipzig (5:33) und Wetzlar (7:31) sind mittendrin. Darüber liegt das Tabellenfeld so eng beieinander, dass ein Sieg oder eine schwache Woche direkte Folgen haben kann. Stuttgart, Bergischer HC, Minden – alle können sich entweder freischwimmen oder tiefer reingerissen werden. Besonders heiß hier: das Kellerduell zwischen Leipzig und Wetzlar am 20. Februar. Ein Spiel, das eine komplette Saison kippen kann.
Kurz gesagt: Nach der EM macht die HBL dort weiter, wo sie aufgehört hat – mit maximaler Intensität. Oben rennt Magdeburg seinen eigenen Rekorden hinterher. Flensburg versucht, trotz müder Beine dranzubleiben. Dahinter lauert ein Verfolgerfeld, das auf jeden Fehler wartet. Im Kampf um Europa wird’s wild, im Keller brandgefährlich.
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