Formel 1
Neue Regeln – Neue Autos

06 Mar | news | BY Stefan Juelicher | MIN READ TIME |
Neue Regeln – Neue Autos

Am Sonntag startet in Melbourne der Große Preis von Australien. In dieser Saison wurden die Autos grundlegend überarbeitet. Wir haben uns die Fahrzeuge genauestens angeschaut und die größten Unterschiede und spannenden Details analysiert. Am Ende stellt sich die große Frage: Welcher Fahrer meistert sein Material?

Die Rennwagen im Detail

Die Autos sind im Vergleich zur letzten Saison kleiner, schmaler und kürzer geworden. Ganze 100 Millimeter in der Breite und eine Radstandreduktion von 200 Millimetern. Die Technik muss deutlich komprimierter sein und dürfte vor allem bei der Kühlung zu besonderen Herausforderungen führen. Das dürfte vor allem auf den warmen Kursen von besonderer Bedeutung werden. Darüber hinaus wurde das Mindestgewicht reduziert. Diese Saison muss das Auto mindestens 768 kg wiegen, eine deutliche Reduktion vom 800-kg-Limit der vergangenen Saison. Den größten Faktor macht hierbei die Batterie aus. Die Ingenieure müssen die Balance zwischen Performance und den Grenzen des Reglements finden.

Die Ingenieure werden kreativ

Die F1-Ingenieure haben sich die Regeln ganz genau angesehen und die Autos sind abwechslungsreicher denn je geworden. Wir haben uns die einzelnen Autos genau angeguckt und sind auf spannende Highlights gestoßen.

Um den Heckflügel noch aerodynamischer zu gestalten, hat Mercedes an die Außenkanten kleine Zusatzflügel montiert. Darüber hinaus wurde ein Loch in die Diffusorwand gefräst. Somit kann die Luft von der Seite unter das Auto strömen. Und auch der Front geht Mercedes neue Wege. So wurde die Nase am mittleren Flügel-Element befestigt, wodurch sich nur der oberste Flap flachstellen lässt. Eine Strategie, um den Luftstrom noch besser zu kontrollieren.

Auch bei Aston Martin lassen sich die Flaps über eine Mechanik in der Nase verstellen. Dazu kommt die wahrscheinlich außergewöhnlichste Hinterradaufhängung. Die oberen Querlenker wurden sehr weit oben und sehr weit hinten an der Heckflügelstütze befestigt. Im Vergleich zu den anderen Autos wurde bei den Seitenkästen auf einen besonders extremen Undercut gesetzt. Dadurch wirkt der Cockpitbereich wie ein Kampfjet auf Rädern.

Ferraris Designentscheidungen zogen vermutlich in den letzten Wochen in der F1-Community die größten Kreise. Ein rotierender Heckflügel – so etwas hatte es bis dato noch nicht gegeben. Auf den Geraden können die Flaps am Heckflügel um 180 Grad rotieren. Dadurch soll der Luftwiderstand auf der Geraden gesenkt werden. Hierbei wird sich zeigen, ob diese Technik einen bedeutenden Unterschied macht oder ob es ein überkompliziertes Gimmick bleiben wird. Den größten Showfaktor für die Onboard-Kameras hat Ferrari damit aber allemal.

Auch das Team von Audi setzt mit ihrem ersten Formel-1-Fahrzeug deutliche Akzente. Auffällig sind bei dem Erstlingswerk der wenig ausgeprägte Undercut und die hochgezogene Lippe des Unterbodens. Diese wird durch vertikale Lufteinlässe abgerundet. Die Ingenieure scheinen mit ihrer Strategie möglichst viel Luft unter das Auto bekommen zu wollen. Besonders kreativ scheint Audi beim Splitter geworden zu sein. Eine Lücke im Regelwerk haben die Entwickler aus Ingolstadt so ausgelegt, dass im Splitter Schlitze möglich wurden. Eine Idee, die so bisher kein anderes Team umgesetzt hat.

Die Fahrer zeigen sich überzeugt

Die neuen Fahrzeuge und ihre Eigenschaften werden von den Fahrern begrüßt. Gerade die schwereren Autos der vergangenen Saisons sorgten für eine erhöhte Trägheit in langsamen Kurven. Mit den neuen Autos sollten deutlich agilere Fahrten möglich sein, die den Fahrern mehr taktische Möglichkeiten und den Zuschauern spannendere Manöver bescheren dürften. Im Lauf der Rennsaison werden die technischen Möglichkeiten sicher noch weiter ausgereizt werden, denn am Ende gilt unter den Renn-Ingenieuren immer der Spruch: „Es ist einfacher, ein schnelles Auto leichter zu machen, als ein leichtes Auto schneller zu machen.“

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Stefan Juelicher

Stefan Juelicher

Seit seiner Kindheit sportbegeistert, hat er sich im Lauf der Jahre zum Experten für Hochgeschwindigkeits-Sportarten entwickelt. Ob an der Skipiste, an der Rennstrecke oder bei starker Welle - ihn findet man da, wo Menschen und Technik im Rausch der Geschwindigkeit eins werden. - Gelegentlich macht er aber auch Gast-Beiträge für ruhigere Sportarten.

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Seit seiner Kindheit sportbegeistert, hat er sich im Lauf der Jahre zum Experten für Hochgeschwindigkeits-Sportarten entwickelt. Ob an der Skipiste, an der Rennstrecke oder bei starker Welle - ihn findet man da, wo Menschen und Technik im Rausch der Geschwindigkeit eins werden. - Gelegentlich macht er aber auch Gast-Beiträge für ruhigere Sportarten.