Zweite Bundesliga
Alles ist offen

12 Feb | news | BY Anja Landmann | MIN READ TIME |
Alles ist offen

22. Spieltag und noch lange ist nichts entschieden. Es darf zwar Richtung Erster Bundesliga geschielt werden, doch den Aufstieg hat noch kein Team in der Tasche. Auch im Abstiegskampf gibt es bisher keine Sieger und Verlierer.

Eintracht Braunschweig – SV Darmstadt (Sa., 13 Uhr)

Hier der BTSV, der sich nach der jüngsten 2:3‑Pleite in Bielefeld spontan ins Trainingslager verabschiedet hat, weil gefühlt alles einmal neu sortiert werden musste – dort die Lilien, die aktuell wie ein Ballermänner‑Express durchs Aufstiegsrennen rollen. Während Braunschweig trotz Traumtor und zwischenzeitlichem Ausgleich defensiv erneut zu luftig wirkte und weiterhin an seiner löchrigen Abwehr laboriert, reist Darmstadt mit einer breiten Brust an, die man schon von Weitem sehen kann: ein 4:0 gegen Kaiserslautern, drei Siege aus fünf Spielen und ligaweit sowohl vorne als auch hinten in nahezu allem Spitzenwerte. Die Eintracht versucht derweil, in Harsewinkel die Reset-Taste zu drücken. Kein Wunder: sieben Zu-, sieben Abgänge, der Kapitän weg, wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel – das wirkt mehr nach Umbau als nach Angriff auf den Tabellenführer. Und auch zu Hause lief’s bisher eher „geht so“: 14 Punkte aus elf Partien sind keine Bilanz, mit der man dem Ersten der Liga Angst einjagt. Darmstadt hingegen spielt, als hätte das Team den Aufstieg im Navi eingestellt: 40 Tore, nur 22 Gegentreffer, eine Passquote wie frisch poliert und fast 300 Abschlüsse. Das ist Dominanz im Dauerbetrieb. Selbst ohne Torjäger Lidberg marschierten die Lilien zuletzt, als hätte jemand den Schwunghebel fest auf „Vollgas“ eingerastet. Also: Wird das Ding so klar, wie es die Tabelle vermuten lässt? Braunschweig wird sicher wieder körperlich zur Sache gehen – die Kartenstatistik spricht da eine sehr deutliche Sprache. Aber Darmstadt wirkt aktuell so stabil und effizient, dass selbst ein beherzt kämpfender BTSV wohl kaum den Taktstock übernimmt.

Hertha BSC – Hannover 96 (Sa., 13 Uhr)

Beide Mannschaften stecken im Aufstiegsrennen, jedoch mit komplett unterschiedlichen Vibes. Während die Hertha nach einem emotionalen Pokal-K.-o. und einer wackligen Ligaphase versucht, wieder Stabilität zu finden, rollt Hannover mit jeder Menge Rückenwind in die Hauptstadt. Die Berliner feierten zuletzt zwar einen 3:0-Befreiungsschlag in Elversberg, doch die Euphorie wurde nur kurze Zeit später gedämpft: Ein leidenschaftlicher Pokalfight gegen den SC Freiburg endete bitter im Elfmeterschießen – und jetzt fällt auch noch Rechtsverteidiger Deyovaisio Zeefuik mit einer schweren Knieverletzung langfristig aus. Ein echter Schlag für die Defensive. Die Niedersachsen hingegen? Drei Siege am Stück, ein souveränes 3:1 in Kiel und eine Mannschaft, die aktuell vor Selbstvertrauen nur so sprüht. 38 Tore, hoher Ballbesitz, druckvoll, variabel, furchtlos. Trainer Christian Titz hat ein Team geformt, das Spiele nicht nur gewinnt, sondern kontrolliert – und das nach dem deutlichen 3:0 im Hinspiel umso entschlossener nach Berlin reist. Die Ausgangslage könnte also klarer kaum sein: Die Hauptstädter suchen nach Konstanz, gerade zu Hause, wo die Rechnung (16 Punkte aus 11 Spielen) noch nicht wirklich aufgeht. Hannover hingegen riecht die Chance. Die Chance, den vierten Sieg in Serie einzutüten und einen direkten Konkurrenten weiter abzuhängen. Und genau diese Energie bringt 96 aufs Feld. Mit Tempo, Mut und einer Offensive, die schon früh Druck macht, ziehen die Norddeutschen der Hertha am Samstag womöglich den Zahn – und nehmen die Punkte mit.

Holstein Kiel – Schalke 04 (So., 13.30 Uhr)

Die Fans beider Vereine erwarten harte Zweikämpfe, viel, viel Druck, viel Emotion. Und mittendrin: ein Stürmer, der einfach keine Lust hat, älter zu werden. Edin Dzeko, fast 40, aber im Schalker Trikot so brandgefährlich wie in seinen besten Bundesliga-Jahren. Drei Spiele, drei Treffer, Rekorde im Doppelpack: ältester Torschütze der Zweiten Liga. Ältester Doppelpacker. Ältester Spieler, der ein ganzes Stadion vergessen lässt, dass eigentlich gerade ein Generationenwechsel laufen sollte. Die Blau-Weißen haben ihren Winterkönig gefunden. Während Schalke mit 40 Punkten auf Platz zwei steht und weiter Richtung Bundesliga schielt, kämpft Holstein Kiel um Ordnung, Orientierung und die dringend benötigte Stabilität. Drei Ligaspiele ohne Sieg haben die Störche ins Schlingern gebracht, und ausgerechnet jetzt kommt ein Gegner, der trotz Ergebniskrise immer noch Favorit ist. Denn selbst wenn Schalke in den letzten fünf Ligaspielen keinen Sieg holen konnte, steckt im Team zu viel Routine, zu viel Qualität, zu viel Erfahrung, um sich auf Dauer vom Kurs abbringen zu lassen. Auch wenn die Personaldecke dünner und die -sorgen größer werden – Schlussmann Karius ist angeschlagen, Katics Einsatz noch fraglich, vier weitere Profis bis Saisonende raus. Holstein Kiel holte aus den letzten drei Matches lediglich einen Punkt. Am Sonntag liegt der Vorteil klar beim Favoriten. Schalke weiß, dass jeder Punkt im Aufstiegskampf Gold wert ist. Kiel weiß, dass jeder Fehler gegen Dzeko & Co. bitter werden kann.

VfL Bochum – SC Paderborn (So., 13.30 Uhr)

Bochum ist zurück in der Spur. Acht Spiele ungeschlagen, defensiv stabil, mental stark – und mit einem Trainer, der der Mannschaft neues Leben eingehaucht hat. Uwe Rösler hat den VfL in kurzer Zeit von einer verunsicherten Truppe zu einem hart arbeitenden, schwer zu schlagenden Gegner geformt. Das 1:1 gegen Preußen Münster war kein Befreiungsschlag, aber ein weiterer Beweis: Bochum verliert nicht mehr. Und jetzt kommt der SC Paderborn ins Ruhrstadion – ein Team, das selbst große Ambitionen hat. Dritter Platz, zwölf Punkte mehr auf dem Konto, ein Blick, der ganz klar Richtung Bundesliga geht. Beim Hinspiel setzte es für Bochum ein spätes 0:1, damals noch unter anderem Trainer, anderer Mentalität, anderer Verfassung. Doch auch Paderborn reist nicht als Übermacht an, sondern als Mannschaft, die genau weiß, wie hoch die Hürde an der Castroper Straße ist. Kettemanns Team spielt die Saison stark und zielstrebig, doch nicht fehlerlos. Zwei Siege und zwei Niederlagen aus den letzten vier Partien zeigen: Paderborn schwankt zwischen Topform und kleinen Wacklern. Offensiv gehören sie zu den besten Teams der Liga, defensiv lassen sie aber Räume zu, die ein kämpferischer VfL nutzen kann. Läuft das Match am Ende auf ein Unentschieden hinaus?

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Anja Landmann

Anja Landmann

Sportjournalistin, die seit jeher in Fußballstadien zu Hause ist und den Fußball – von heimischen Spielen bis hin zu internationalen Großereignissen – lebt und atmet.

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Sportjournalistin, die seit jeher in Fußballstadien zu Hause ist und den Fußball – von heimischen Spielen bis hin zu internationalen Großereignissen – lebt und atmet.