Eine ausgeglichene Zweitligasaison mit tollen Vereinen erwartet uns in der Spielzeit 2026/27. Ein Topfavorit war jedoch auf Einkaufstour und in Niedersachsen herrscht Derbystimmung.
Aufstiegskandidaten: Der Druck lastet auf dem VfL Wolfsburg
Auch wenn die Wölfe einen Umbruch nach dem unerwarteten Abstieg durchleben mussten, ist der Verein finanziell so gut aufgestellt, dass Investitionen getätigt werden konnten. Vor allem die Neuzugänge Fraser Hornby, Fabian Reese und Robert Glatzel sorgten für Aufsehen und der VfL Wolfsburg ist somit mit Abstand Aufstiegskandidat Nr. 1. Hinzu kommt mit Tobias Strobl ein neuer Trainer. Das Land Niedersachsen kann sich somit mit Hannover 96, Eintracht Braunschweig, dem VfL Osnabrück und eben Wolfsburg auf insgesamt acht Derbys in der Hin- und Rückrunde freuen. 96 will nach dem bitteren vierten Platz aus der letzten Saison den nächsten Versuch wagen, um aufzusteigen. Für den BTSV geht es wieder um den Klassenerhalt mit der Hoffnung, mit dem Abstieg nicht wieder bis zur allerletzten Sekunde zu tun zu haben.
Wie sieht es bei den anderen beiden Bundesliga-Absteigern aus? Nicht ganz so rosig wie bei den Wolfsburgern. Der FC St. Pauli verlor den ein oder anderen Leistungsträger, darunter Daniel Sinani, Jackson Irvine, Nikola Vasilj und Hauke Wahl, der ausgerechnet nach Wolfsburg wechselte. Einige Akteure konnte jedoch gehalten werden, sodass die Hamburger mit dem neuen Trainer Marcel Rapp (Ex-Holstein-Kiel) zumindest oben mitspielen wollen (der Kader steht in Sachen Marktwert immerhin auf dem zweiten Platz). Das gilt auch für den 1. FC Heidenheim, der auch in dieser Saison mit Trainer Frank Schmidt an den Start geht. Bitter wiegt sicherlich der Abgang von Niklas Dorsch, der in die MLS zu Toronto FC wechselte.
Weitere Teams, die immerhin ihren Marktwert steigern konnten, sind Holstein Kiel und der 1. FC Nürnberg. Die Franken wollen unter Trainer Miro Klose endlich aus dem Mittelmaß raus. In der Verlosung um den Aufstieg müsste man normalerweise auch Hertha BSC zählen, die Berliner haben jedoch aufgrund eines Sparkurses einen heftigen Aderlass zu verzeichnen und der Kaderwert liegt momentan nur bei knapp 23 Millionen Euro. Aktuell wird ein Rennen um den Aufstieg in der Hauptstadt eher ein unwahrscheinliches Unterfangen, auch wenn die Quote etwas anderes suggeriert. Weitere Teams, die zumindest hoffen können, sind der VfL Bochum, der 1. FC Kaiserslautern und der KSC. Zudem könnte Dynamo Dresden durchaus für eine Überraschung sorgen.
Top-Favoriten auf den Aufstieg + Quote
VfL Wolfsburg – 2,75
Hannover 96 – 6,00
Hertha BSC – 7,50
Heidenheim – 10,00
FC St. Pauli – 11,00
VfL Bochum – 15,00
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Abstiegskampf: Wie schlagen sich die Traditionsvereine?
Bei den Aufsteigern in die 2. Liga herrschte im Sommer eine Riesen-Vorfreude. Energie Cottbus kehrte nach 12 Jahren zurück ins Unterhaus und hat mit Vollbluttrainer Pele Wollitz und Leo Bittencourt als Königstransfer durchaus realistische Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen.
Das ist beim zweiten Aufsteiger, dem VfL Osnabrück, nicht ganz so einfach. Die Niedersachsen haben mit neun Millionen Euro den geringsten Kaderwert und gelten aktuell als Abstiegskandidat Nr.1. Diese Außenseiterrolle wird den Lila-Weißen unter Trainer Timo Schultz durchaus gefallen.
Weitere Kandidaten im Abstiegskampf sind die bereits erwähnten Braunschweiger, die Spielvereinigung Fürth und Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen trennten sich in der vergangenen Saison überraschend von Trainer Mitch Kniat und verpflichteten den als Coach noch unerfahrenen Ex-Profi Oliver Kirch. Ein Risiko?
Eine bessere Rolle will in diesem Jahr der 1. FC Magdeburg spielen und eine schwierige Saison könnte auf den SV Darmstadt durch schmerzhafte Abgänge warten.
Gibt es Neuerungen in der Saison 2026/27?
Ja! In der neuen Saison wird vor allem das Zeitspiel rigoroser geahndet. Dabei gilt sowohl für Standardsituationen, Torabstöße und Einwürfe die „5-Sekunden-Regel“, die im Ermessen des Schiedsrichters liegt und Ballbesitzwechsel zur Folge haben kann.
Auch bei Ein- und Auswechslungen gibt es eine neue Regel. Verlässt der Ausgewechselte nicht binnen zehn Sekunden das Feld, muss der eingewechselte Spieler mindestens eine Minute warten, bevor das Spielfeld betreten darf. Diese eine Minute gilt übrigens auch für verletzte Spieler. Dieser Spieler muss dann das Feld verlassen und kann dann erst nach einer Minute wieder aufs Spielfeld – dies soll taktisches Simulieren einschränken.
Ähnlich wie bei der WM soll der VAR bei schnellen Entscheidungen öfters eingreifen, dazu zählen Fehlentscheidungen bei Ecken, Gelben und Roten Karten.
Trinkpausen wird es bei heißen Temperaturen auch in der 2. Liga geben, jedoch nicht zu Werbezwecken oder wenn es wettertechnisch keinen Sinn macht, was bei der WM 2026 teilweise für Unmut sorgte.
Auch die 3. Liga startet in die neue Spielzeit
Richtig prominent wird der Beginn der Drittligasaison, denn zum Auftakt am Freitagabend reist Absteiger Fortuna Düsseldorf mit mindestens 4.000 Schlachtenbummlern zu Waldhof Mannheim. Die Fortuna musste nach dem Katastrophenabstieg die wohl größten finanziellen Anpassungen aller Profivereine vornehmen und ist zwar Mitfavorit auf den Aufstieg, muss sich jedoch erstmal in dieser schwierigen Liga zurechtfinden. Zumindest drückte der neue Sportdirektor Samir Arabi erstmal auf die Euphoriebremse.
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Hansa Rostock gilt ebenfalls als Aufstiegskandidat, hinzu kommen Rot-Weiss Essen, der MSV Duisburg und Preußen Münster. Eine bessere Rolle als in der vergangenen Saison wollen der 1. FC Saarbrücken, Wehen Wiesbaden und Ingolstadt spielen.
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